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Douze hommes en colère

Délibération, technique mixte sur bois, 1m96 x 1m20 env. Jury, technique mixte sur bois, 1m82 x 1m20 env. Juré, technique mixte sur bois, 1m20 x 24cm env. 12 hommes en colère,technique mixte sur bois, 2m90 x 2m30 env. 12 hommes en colère,technique mixte sur bois, 2m90 x 2m30 env. 12 hommes en colère, détail. 12 hommes en colère, détail. Débats, technique mixte sur bois, 70cm x 1m20 env. Détail. Détail. Détail. Détail. Jury 2, technique mixte sur bois, 150cm x 120cm.

Zwölf zornige Männer

Strasbourg, galerie Brûlée, mai 2006.

Das Meisterwerk von Sydney Lumet stellt eine bemerkenswerte Lobrede auf den Zweifel dar, weil es die Sicherheit in ihrem eigenem Tempel zernagt, dem der Gerechtigkeit, wo man die Wahrheit mit Hilfe von vielen Beweisen sucht, wo das Urteil der Jury einem Gottesgesetz entspricht. Der Film möchte nicht eine Ablehnung der Todesstrafe sein, obwohl er ausdrücklich ihre Durchführung verurteilt. Er zielt tiefer auf die einseitigen und faulen Überzeugungen einer gewissen amerikanischen Bourgeoisie ab, die sich mehr darum kümmert, ihre eigene Bequemlichkeit zu erhalten und der Schwüle der Beratungsräume zu entfliehen, als um das Schicksal eines ausgestoßenen Vatermörders, den sie verachtet.

Sydney Lumet richtet sich genau an diese Mittelklasse, indem er ihr eine heilige Szene, die sie kennt, von hinten gesehen vorstellt: das Abendmahl. Der Film ist das wahrheitsgetreue Abbild des Evangeliums. Er respektiert davon die Regeln und die Struktur: zwölf Männer werden zu einem Tisch geladen von einem dreizehnten, dessen Schicksal eine andere Wendung nimmt. Der Verurteilte ist der doppelt erniedrigte Christus. Das Schicksal der beiden Hauptfiguren widerspricht sich: Christus (der Sohn) stirbt allein und verlassen, anders gesagt, getötet von Gott, dem Vater). Der Verurteilte hingegen tötet seinen Vater und lebt.

Die zweite Rolle wird auch neu bearbeitet: Judas, der Verräter, verurteilt Christus, und sein glänzender Gegenpart, dargestellt von Henri Fonda, rettet den Verdammten.
Die filmischen Requisiten widersprechen denen des Abendmahls: das Messer des Verurteilten bringt den Tod, während Brot und Wein in den Evangelien Leben bringen.

Der Spiegeleffekt, zu genau, um nicht gewollt zu sein, ordnet den Film in die Kategorie „engagiertes Kino“ ein, unter die Gattung Propaganda, wo die öffentliche Meinung wegen politischer Ziele manipuliert wird. Lumet bürgt für sein Plädoyer gegen die Todesstrafe, indem er es an die biblische Bildersprache anlehnt, die der allgemeine Glaube für unantastbar hält. Leider ist seine Botschaft nicht gehört worden…

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